Verlag für Bergschadensliteratur

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buch Bewertung von Bergschäden

Bewertung von Bergschäden

3. Auflage
von Johannes Schürken und Detlev Finke

ca. 480 Seiten - Farbfotos sowie zahlreiche Grafiken und Tabellen - A5- gebunden - mit CD-ROM

 

Buch als pdf-Datei (Vorwort, Autorenprofile, Inhaltsverzeichnis)

 

ISBN 978-3-9817169-0-0
Preis: 98,00 €

inkl. 19% MwSt. und Versandkosten

 

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Vorwort zur 3. Auflage

Die Akzeptanz des deutschen Steinkohlebergbaus ist seit der letzten Auflage dieses Buches fast dramatisch gesunken. Demgegenüber werden die anderen großen Bergbauzweige (Braunkohle, Kali und Salz) zumindest außerhalb betroffener Regionen kaum wahrgenommen. Der Steinkohlebergbau gilt als hoch subventioniert und angesichts der relativ geringen Kosten für Importkohle, der entstehenden Bergschäden und anderer weit in die Zukunft reichender problematischer Hinterlassenschaften in vielen Bevölkerungskreisen als nicht mehr zeitgemäß. Die Gründung der Evonik AG als Zusammenschluss des „weißen Bereichs“ der RAG Aktiengesellschaft und die damit verbundene Sonderstellung des Steinkohlebergbaus machen die mit der Steinkohlegewinnung verbundenen Probleme für jedermann deutlich. Inzwischen hat die Politik das Auslaufen der Subventionen und damit das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus für 2018 beschlossen.

Der Steinkohlebergbau ist mit seinen ca. 33000 Beschäftigten! der größte Arbeitgeber im deutschen Bergbau überhaupt. Mit einer Förderleistung von ca. 21 Millionen Tonnen im Jahre 2007 belegt der Steinkohlebergbau hinter der Braunkohle- und Kalirohsalzgewinnung allerdings nur noch Platz drei. Die einst angekündigte Nordwanderung des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet hat im eigentlichen Sinne nicht stattgefunden. Die Schwerpunkte der heutigen Abbautätigkeit liegen bis auf den Bereich des Bergwerks Auguste Victoria/Blumenthal immer noch südlich der Lippe, also am Nordrand des Ruhrgebietes.

Die schwindende Akzeptanz des Bergbaus schlägt sich auch nieder in Widerspruchsverfahren und Klagen gegen erteilte Abbaugenehmigungen. Die gesamte Entwicklung, im Rahmen derer bergbauliche Abbauplanung und Bergschäden eine zunehmend öffentliche Diskussion erfahren, hat zu einer erheblichen Erweiterung des früheren Kapitels „Rechtsgrundlagen“ geführt. Es wird nun ein Überblick über das grundlegende Rechtsverhältnis zwischen Bergbau und Grundeigentum gegeben. Das Bergschadensersatzrecht wurde vertieft.

Bergbaulich bedingte Erschütterungen sind heute im Steinkohlebergbau schon fast eine unvermeidliche Begleiterscheinung. Die mit diesen Erschütterungen verbundenen Schwinggeschwindigkeiten haben gerade in den letzten Jahren im Saarland Größenordnungen erreicht, bei denen Schäden an Gebäuden nicht mehr auszuschließen sind. Das bergbauliche Erschütterungen behandelnde Kapitel bedurfte deshalb einer gründlichen Überarbeitung.

Die Stilllegung von Bergwerken begleitet den Bergbau schon seit vielen Jahrzehnten. Die Termine für die nächsten Bergwerksstilllegungen stehen heute schon fest. Mit dem Ende der Abbautätigkeit ist aber keinesfalls das Ende der Bergschadensproblematik verbunden. Auch die derzeitige Diskussion über den Börsengang der RAG Aktiengesellschaft mit vorheriger Ausgliederung des Steinkohlebergbaus lässt zum einen die sogenannten Ewigkeitskosten in einem neuen Licht erscheinen, zum anderen aber auch Fragen der Garantie ausreichender Haftung für Spätschäden aufkommen. Man denke z. B. an die gerade in den letzten Jahren gewonnene Erkenntnis, dass die Aufgabe der Grubenwasserhaltung und der damit verbundene Grundwasseranstieg für den Gebäudebestand auf der Erdoberfläche nicht unbedingt schadlos ablaufen.

Die Bewertung des merkantilen Minderwertes ist in der Rechtsprechung und auch in der Regulierungspraxis fortentwickelt worden. Die bisherige Darstellung rechtlicher und daran anknüpfender bewertungstechnischer Gesichtspunkte ist deshalb mit praxisorientiertem Schwerpunkt erheblich erweitert worden.

Bergschadensverzichte gewinnen angesichts der derzeitigen Entwicklung des Immobilienmarktes zunehmend an Bedeutung. Hinzu kommt die Praxis, gerade in Stillstandsbereichen, in denen also zukünftig bergbaulich bedingte Bodenbewegungen nicht mehr zu erwarten sind, Rechtssicherheit zwischen Bergwerksbetreibern und Betroffenen durch sogenannte Abschlussregulierungen zu schaffen.

Diese Entwicklungen haben ebenfalls die Überarbeitung und Ausweitung einiger Kapitel der vorherigen Auflage notwendig werden lassen.

Auch mit dieser nicht unerheblich erweiterten Neuauflage ist insbesondere das Konzept weiter verfolgt worden, gewichtige und aktuelle Sach- und Rechtsprobleme im Spannungsverhältnis zwischen Bergbau und Grundeigentum aufzuzeigen und mit interdisziplinärem und praxisorientiertem Blick auch Lösungsmöglichkeiten einzubeziehen. Ergänzt wird dies durch die im Anhang abgedruckten Arbeitsgrundlagen.

Ich freue mich, angesichts der notwendig gewordenen Ausweitung und Vertiefung der rechtlichen Aspekte von Bergschadensfällen mit Detlev Finke einen Juristen als Mitautor gewonnen zu haben, der im Bergschadensersatzrecht über eine mehr als zwanzigjährige Erfahrung verfügt und in den einschlägigen Rechtskreisen auch als Autor und Kenner der Materie geschätzt wird. Herr Finke ist ebenfalls seit Jahren Vorstandsmitglied des Verbandes bergbaugeschädigter Hausund Grundeigentümer in Herten.

 

Die Autoren

 

Dipl.-Ing. Johannes Schürken

Jahrgang 1950, studierte Bauingenieurwesen an der Ruhr-Universität in Bochum. Seine berufliche Tätigkeit nahm er $%#' beim Verband bergbaugeschädigter Haus- und Grundeigentümer e.V. (VBHG) auf. Nach langjähriger Tätigkeit als Leiter der technischen Abteilung wurde er $%%! zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied und Verbandsdirektor berufen. Seit 1990 ist Johannes Schürken von der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in Münster öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Bergschäden an Gebäuden. Daneben gehört er den Gutachterausschüssen der Stadt Gelsenkirchen und des Kreises Recklinghausen an. Schwerpunkte seiner gutachterlichen Tätigkeit sind die Abgrenzung der Bergschäden von Bauschäden anderer Ursachen sowie die Ermittlung von Verkehrswerten und Minderwerten. Zur Problematik des bergbaulich bedingten Minderwertes und insbesondere des merkantilen Minderwertes liegen von Johannes Schürken bereits einige Veröffentlichungen in Fachzeitschriften vor. Auch als Referent setzt er sich mit Bergschäden und daraus resultierenden Minderwerten auseinander.

 

Assessor jur. Detlev Finke

Jahrgang 1955, studierte Rechtswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Seine berufliche Tätigkeit nahm er 1984 beim Verband bergbaugeschädigter Haus- und Grundeigentümer e. V. (VBHG) auf. Nach langjähriger Tätigkeit als Mitarbeiter der Rechtsabteilung und späterer Verbandssyndikus wurde er 1992 zum Verbandsgeschäftsführer berufen. Autorenprofile !"' Ausfluss seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit sind u. a. zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen in juristischen und wohnungswirtschaftlichen Zeitschriften zu bergschadensersatzrechtlichen Themen, die in der Regel sowohl grundsätzliche rechtliche Ausführungen als auch Entwicklungen der Bergschadensregulierungspraxis im Spannungsverhältnis Bergbau/Grundeigentum einbeziehen.

Beide Autoren prägen durch ihre berufliche Tätigkeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit bereits seit vielen Jahren in nicht unerheblichem Ausmaß die Entwicklung der Bergschadensprüfung und -regulierung in den hiesigen Bergbaurevieren und sind ausgewiesene Kenner der Materie.

 

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